Berlin wird im Frühjahr 2025 zum Zentrum einer bedeutenden künstlerischen Rückschau. Über 200 Werke der international bekannten japanischen Künstlerin Yoko Ono werden vom 11. April bis 31. August im renommierten Gropius Bau präsentiert. Die Ausstellung, kuratiert von der Tate Modern aus London, vereint Filme, Fotografien, Installationen, Partituren und Klangarbeiten und zeigt die politische Kraft und Bandbreite von Onos Werk.
Inhaltsverzeichnis:
- Große Retrospektive im Gropius Bau
- Radikale Sprache der Kunst
- Einfluss auf Sprache und gesellschaftlichen Wandel
- Kunstwerke mit Mitgestaltung
- Teil eines größeren künstlerischen Dialogs
Große Retrospektive im Gropius Bau
Die Schau im Berliner Gropius Bau umfasst über 200 Exponate und beleuchtet die radikale Ausdrucksform von Yoko Onos Kunst. Die Besucher erwartet eine dichte Präsentation verschiedenster Medien: Performance-Dokumentationen, Klangobjekte, Partituren sowie Fotografien. Viele Werke laden zur aktiven Teilnahme ein – ein zentrales Element von Onos Schaffen seit den 1960er-Jahren.
Radikale Sprache der Kunst
Die Ausstellung wurde von der Tate Modern organisiert und zeigt zentrale Stationen in Onos Leben und Werk. Die Themen reichen von Frieden, Körper, Erinnerung bis hin zu Sprache. In Berlin werden unter anderem ikonische Werke wie Cut Piece und Wish Tree gezeigt, die das Publikum direkt mit einbeziehen.
Einfluss auf Sprache und gesellschaftlichen Wandel
Yoko Ono, geboren 1933 in Tokio, zog in den 1950er-Jahren nach New York und wurde Teil der Avantgarde-Szene. Sie arbeitete mit bedeutenden Persönlichkeiten wie John Cage und George Maciunas. Als Mitglied der Fluxus-Bewegung beeinflusste sie die Entwicklung der Konzeptkunst maßgeblich.
Ein Meilenstein war die Zusammenarbeit mit John Lennon, den sie 1966 kennenlernte. Ihre gemeinsamen Friedensaktionen, wie die bekannten „Bed-Ins“ von 1969, machten sie weltweit bekannt. Auch nach Lennons Tod blieb ihr Werk politisch, feministisch und poetisch.
Kunstwerke mit Mitgestaltung
Besonders berühmt ist Ono für Werke, die auf die Mitgestaltung durch das Publikum setzen. In der Performance Cut Piece (1964) saß sie still auf der Bühne, während das Publikum eingeladen wurde, ihre Kleidung mit einer Schere zu zerschneiden. Diese Performance wird in Berlin durch Video- und Fotomaterial dokumentiert.
Ein weiteres zentrales Werk sind die Instruction Pieces – kurze poetische Anweisungen wie: „Stell dir vor, du schaust auf den Himmel und siehst die Gedanken der Menschen.“ Diese Arbeiten verdeutlichen Onos Fähigkeit, mit minimalen Mitteln tiefe emotionale und philosophische Ideen zu vermitteln.
Teil eines größeren künstlerischen Dialogs
Parallel zur Ono-Ausstellung widmet sich der Gropius Bau auch dem Künstler Raoul Hausmann (1886–1971), einem Mitbegründer des Berliner Dadaismus. Beide Künstler verbindet ein starkes Interesse an Grenzüberschreitungen und gesellschaftlicher Intervention.
Die Ausstellung „Yoko Ono“ läuft vom 11. April bis 31. August 2025 im Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Berlin. Der Eintritt ist gestaffelt, und Ermäßigungen sind möglich. Die Veranstalter erwarten einen großen Besucherandrang.
Quellen: Visit Berlin, Tate Modern, Gropius Bau Berlin, Archiv Fluxus Foundation, Ono-Lennon Estate, MoMA, New York