In Berlin gibt es viele kulinarische Trends, die die Herzen der Einheimischen und Touristen gleichermaßen erobert haben. Zwei dieser Trends, die besonders in der asiatischen Gastronomie hervorgetreten sind, sind Ramen und Pho. Beide sind klassische Nudelgerichte aus Asien, die ihre Ursprünge in Japan und Vietnam haben. Doch was genau macht diese beiden Gerichte so besonders und warum haben sie in Berlin solch eine riesige Anhängerschaft gefunden? Der „asiatische Nudelkrieg“ zwischen Ramen und Pho ist längst nicht mehr nur eine kulinarische Debatte, sondern auch eine Frage des Geschmacks, der Tradition und der Vielfalt.
Die Ursprünge von Ramen und Pho
Ramen und Pho haben sehr unterschiedliche Wurzeln. Ramen, ein japanisches Nudelgericht, basiert auf einer Brühe, die oft aus Schweine- oder Hühnerknochen gekocht wird. Die Nudeln werden darin serviert, oft garniert mit Zutaten wie Schweinebauch, Frühlingszwiebeln und Ei. Die Ursprünge von Ramen sind in China zu finden, aber das Gericht hat sich in Japan über die Jahrzehnten weiterentwickelt und ist zu einem kulinarischen Symbol des Landes geworden.
Pho hingegen ist ein traditionelles vietnamesisches Gericht, das hauptsächlich aus Reisnudeln, Brühe und Fleisch besteht. Pho wird meist mit Rindfleisch oder Huhn zubereitet, und die Brühe ist zarter und heller im Geschmack im Vergleich zu Ramen. Pho ist ein beliebtes Frühstücksgericht in Vietnam und hat sich von dort aus in vielen anderen Ländern verbreitet.
Ramen in Berlin: Der Geschmack von Japan
Die Ramen-Szene in Berlin hat in den letzten Jahren einen erstaunlichen Aufschwung erlebt. Besonders im Bezirk Mitte und Kreuzberg haben sich zahlreiche Ramen-Restaurants etabliert. Die Vielfalt und Kreativität der Ramen-Angebote in Berlin spiegeln die Entwicklung des Gerichts wider, das sich ständig weiter verändert. Die Ramen-Bars bieten eine große Auswahl an Brühen – von der klassischen Shoyu (Sojasauce) über Miso bis hin zu der besonders reichen und dicken Tonkotsu-Brühe, die aus Schweineknochen gekocht wird.
In den letzten Jahren hat sich ein Trend zu kreativem Ramen entwickelt, bei dem westliche und asiatische Zutaten miteinander kombiniert werden. Zum Beispiel gibt es immer mehr Ramen-Bars in Berlin, die Trüffelöl oder sogar vegane Optionen anbieten. Auch die Toppings sind abwechslungsreicher geworden – von traditionellem Chashu (Schweinebauch) bis hin zu innovativen Zutaten wie gegrilltem Gemüse oder sogar Tempura.
Pho in Berlin: Ein Stück Vietnam
Pho hat sich ebenfalls einen festen Platz in Berlins Gastronomieszene erobert. Die pho-spezialisierten Restaurants sind zahlreich und bieten eine bunte Vielfalt an Brühen und Toppings. Pho wird in Berlin in der Regel mit Rindfleisch oder Hühnchen serviert, wobei die Brühe eine wichtige Rolle spielt. Sie wird oft stundenlang gekocht, um den vollen Geschmack zu entfalten. Es gibt auch vegane Varianten von Pho, bei denen Tofu und Gemüse anstelle von Fleisch serviert werden.
Die Zubereitung von Pho basiert auf frischen Kräutern, Zwiebeln, Zimt und Sternanis, die der Brühe einen einzigartigen Geschmack verleihen. In Berlin gibt es viele Restaurants, die Pho nach traditionellen vietnamesischen Rezepten zubereiten, aber auch hier wird gerne mit modernen Interpretationen und Toppings wie Chili, frischen Kräutern und Sprossen experimentiert.
Der Vergleich der Brühen
Ein entscheidender Unterschied zwischen Ramen und Pho ist die Art der Brühe. Während Ramen-Brühen in der Regel reichhaltig und dick sind, ist Pho leichter und aromatischer. Beide Brühen haben jedoch eines gemeinsam: Sie werden über Stunden oder sogar Tage hinweg gekocht, um ihren vollen Geschmack zu entfalten.
Die Tonkotsu-Brühe von Ramen ist besonders bekannt für ihre dicke, milchige Textur, die durch das lange Kochen von Schweineknochen entsteht. Sie hat einen intensiven, umami-reichen Geschmack und passt perfekt zu den dicken, wulstigen Ramen-Nudeln. In Pho ist die Brühe hingegen klar und leicht. Sie wird mit Zimt, Sternanis und anderen Gewürzen aromatisiert, was ihr eine subtile Tiefe verleiht. Die Brühe in Pho wird oft mit einer Vielzahl frischer Kräuter und Sprossen garniert, was den Geschmack noch weiter hebt.
Die Nudeln: Ein wesentlicher Bestandteil
Ein weiteres entscheidendes Element sind die Nudeln. Ramen-Nudeln sind dicker und elastischer, was gut mit der reichhaltigen Brühe harmoniert. In Pho hingegen sind die Reisnudeln dünner und glatter, was der leichten Brühe entspricht. Beide Nudelsorten haben ihre eigenen Vorzüge und tragen maßgeblich zum Geschmack und zur Textur der Gerichte bei.
Die Toppings: Vielfalt macht den Unterschied
In beiden Gerichten spielen die Toppings eine wichtige Rolle. Ramen ist bekannt für seine Vielfalt an Zutaten, die in der Suppe schwimmen. Traditionelle Toppings sind Chashu (Schweinebauch), Frühlingszwiebeln, Bambussprossen und ein weich gekochtes Ei. Doch immer mehr Ramen-Restaurants in Berlin bieten auch kreative Toppings wie Trüffel, Mais, und sogar exotische Optionen wie Ente oder gegrilltes Gemüse.
Pho hingegen wird häufig mit frischen Kräutern wie Koriander und Basilikum, Sprossen, Limetten und Chili garniert. Diese Toppings sorgen für Frische und einen zusätzlichen Geschmackskick. In einigen modernen Pho-Bars in Berlin gibt es auch interessante Variationen wie Pho mit Seitan oder gegrilltem Tofu.
Der Trend zu Fusion-Küchen
In Berlin, einer Stadt bekannt für ihre kreative und vielseitige Gastronomie, sind Fusion-Küche und die Kombination verschiedener kulinarischer Traditionen sehr beliebt. So gibt es mittlerweile Restaurants, die sowohl Ramen als auch Pho auf ihrer Karte haben und beide Gerichte miteinander kombinieren. Diese Fusion-Küchen bieten eine neue Perspektive auf die beiden Nudelgerichte und laden die Gäste ein, verschiedene Geschmacksrichtungen zu entdecken.
Zum Beispiel gibt es Ramen, die mit den Aromen von Pho angereichert sind – eine Brühe, die traditionelle Pho-Gewürze wie Zimt und Sternanis enthält, aber mit den dicken, elastischen Ramen-Nudeln kombiniert wird. Diese Experimentierfreude hat dazu beigetragen, dass Berlin als ein Hotspot für innovative asiatische Küche bekannt ist.
Beliebte Ramen- und Pho-Restaurants in Berlin
In Berlin gibt es zahlreiche Restaurants, die sich auf eines dieser Gerichte spezialisiert haben oder beide anbieten. Zu den bekanntesten Ramen-Restaurants zählen Fes Ramen in Kreuzberg, bekannt für seine reichhaltigen Brühen, und Shiso Burger, das auch kreative Fusion-Varianten von Ramen serviert. Für Pho-Fans ist Pho 66 in Neukölln ein Muss, wo authentische vietnamesische Pho mit einer riesigen Auswahl an Toppings serviert wird.
Ramen und Pho sind zwei Gerichte, die auf den ersten Blick ähnliche Zutaten und Techniken verwenden, sich jedoch durch die Art der Brühe, die Nudeln und die Toppings deutlich unterscheiden. Beide Gerichte haben ihren festen Platz in der Berliner Gastronomieszene erobert und sind heute fester Bestandteil der kulinarischen Landschaft. Ob man nun die reichhaltige, umami-lastige Ramen bevorzugt oder die leichtere, aromatische Pho – Berlin bietet für jeden Geschmack die passende Suppe. Und wer sich nicht entscheiden kann, der kann einfach beide genießen und herausfinden, welches Gericht der eigenen Vorliebe am besten entspricht.