Eine alte Tradition aus Japan hat in einer modernen Untersuchung klare gesundheitliche Vorteile gezeigt. Die Bewegungen des Samurai-Knigge, das Rei-ho, erwiesen sich als wirksames Training für ältere Menschen. Schon wenige Minuten täglich können die Stabilität der Knie deutlich verbessern.
Inhaltsverzeichnis:
- Studie der Universität Tohoku
- Ergebnisse nach drei Monaten
- Kultureller Hintergrund in Japan
- Bedeutung für die Praxis
Studie der Universität Tohoku
Japanische Wissenschaftler der Universität Tohoku überprüften in einer experimentellen Studie die Wirkung von Rei-ho. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal „The Tohoku Journal of Experimental Medicine“. Der untersuchte Bewegungsablauf stammt aus der Etikette der Samurai und basiert auf langsamen, bewussten und kontrollierten Bewegungen. Besonders im Fokus stand die traditionelle Sitzhaltung Seizo, bei der man kniend auf den Fersen sitzt.
Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt.
- 34 gesunde Erwachsene nahmen teil.
- Eine Kontrollgruppe änderte ihren Alltag nicht.
- Die Trainingsgruppe führte viermal pro Woche für fünf Minuten 20 bis 22 Rei-ho-Kniebeugen aus.
Die Bewegungen unterschieden sich von klassischen Kniebeugen. Der Oberkörper blieb aufrecht, das Gesäß senkte sich in fünf Sekunden auf die Fersen. Dabei wurden gezielt Oberschenkel-, Gesäß- und Wadenmuskeln gestärkt.
Ergebnisse nach drei Monaten
Nach drei Monaten überprüften die Forscher die Kraft der Kniestreckung. Die Trainingsgruppe verzeichnete eine Steigerung von 25,9 Prozent, die Kontrollgruppe nur 2,5 Prozent. Dieser Unterschied zeigt deutlich, dass Rei-ho-Übungen die Muskeln stabilisieren. Besonders der Quadrizeps wurde gestärkt, ein zentraler Faktor für die Stabilität des Kniegelenks.
Wichtige Resultate der Studie:
- Fünf Minuten Training pro Tag reichen aus.
- Die Kniekraft wird spürbar erhöht.
- Die Übungen können zu Hause oder im Büro durchgeführt werden.
Ayaka Ogasawara, die Erstautorin, betonte die Bedeutung der Ergebnisse. Rei-ho kann älteren Menschen helfen, ihre Selbstständigkeit im Alltag zu bewahren.
Kultureller Hintergrund in Japan
Rei-ho geht über Training hinaus. In Japan war die Sitzhaltung auf Tatami-Matten bis zur Modernisierung weit verbreitet. Stühle wurden erst spät eingeführt, weshalb das Aufstehen und Hinsetzen im Alltag trainiert wurde. Auch Samurai hatten praktische Gründe für diese Bewegungen.
- Sie trugen den Hakama, einen weiten Hosenrock.
- Sie bewegten sich langsam, um keinen Staub aufzuwirbeln.
- Rüstungen erlaubten kein Vorbeugen, daher blieb der Oberkörper aufrecht.
Akira Sato von der Universität Tohoku hob hervor, dass Rei-ho auch außerhalb Japans ausprobiert werden könne. Neben dem Training biete es einen Einblick in eine alte japanische Tradition.
Bedeutung für die Praxis
Die Ergebnisse belegen erstmals wissenschaftlich die Vorteile von Rei-ho für die Kniegesundheit. Trotz kleiner Teilnehmerzahl bestätigen andere Untersuchungen ähnliche Effekte bei Sitz- und Aufstehübungen. Die Verbindung aus Tradition und moderner Sportmedizin zeigt, dass einfache Bewegungen große Wirkung entfalten können.
Quelle: Berliner Morgenpost, YouTube