Evakuierungen wegen Waldbränden in Kanada 2025
Evakuierungen wegen Waldbränden in Kanada 2025, Foto: Pixabay

Kanada erlebt im Jahr 2025 eine der schlimmsten Waldbrandsaisons seit Beginn der Aufzeichnungen. Bis zum 2. September sind bereits 8,3 Millionen Hektar Wald verbrannt – eine Fläche so groß wie Österreich. Über 1000 Menschen mussten allein im Norden evakuiert werden. Für Reisende ergeben sich daraus zahlreiche Fragen zu Sicherheit, Luftqualität und Stornierungen.

Inhaltsverzeichnis:

Brände in Northwest Territories und Evakuierungen

In den Northwest Territories bedrohen die Flammen die Städte Fort Providence und Whatì. Mehr als 1000 Bewohnerinnen und Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Aufnahmezentren wurden in Behchokǫ̀ und Yellowknife eingerichtet.
Nach Angaben der Regionalregierung sind dort 75.7105 Hektar betroffen. Am 2. September galten 106 Brände als aktiv, 89 davon waren außer Kontrolle.

Auch in den Jahren zuvor war die Lage kritisch. 2023 brannten 6623 Feuer und vernichteten über 15 Millionen Hektar Wald. Damals mussten mehr als 230.000 Menschen fliehen.

Verteilung der Feuer in Provinzen Kanadas

Laut Canadian Interagency Forest Fire Centre wüten landesweit 632 Brände. 138 gelten als außer Kontrolle. Besonders betroffen sind:

  • British Columbia: 155 Feuer
  • Manitoba: 127 Feuer
  • Northwest Territories: 107 Feuer
  • Yukon: 97 Feuer
  • Alberta: 46 Feuer
  • Saskatchewan: 40 Feuer
  • Ontario: 28 Feuer

In Manitoba und Saskatchewan wurde bereits im Mai und Juli 2025 der Notstand ausgerufen. In Nova Scotia gelten seit dem 5. August strenge Einschränkungen für Wanderungen, Camping und Angeln. Die Regeln laufen bis zum 15. Oktober und Verstöße können Strafen bis zu 25.000 kanadischen Dollar (ca. 15.550 Euro) nach sich ziehen.

Auswirkungen auf Luftqualität in Kanada und USA

Nach Angaben von IQAir hat der Rauch in weiten Teilen des Westens Kanadas die Luftqualität massiv verschlechtert. Besonders betroffen sind:

  • Buffalo Narrows, Saskatchewan
  • Calgary, Alberta
  • Edmonton, Alberta
  • Lethbridge, Alberta
  • Saskatoon, Saskatchewan

Auch in Teilen von Ontario und im Mittleren Westen der USA ist die Belastung hoch. In Glasgow (Montana), Medora (North Dakota) und Spokane (Washington) wird die Luftqualität als schlecht eingestuft. Der Rauch breitet sich über große Distanzen aus und beeinträchtigt die Sicht.

Reisehinweise und Sicherheitsinformationen

Das Auswärtige Amt hat seine Empfehlungen für Kanada mehrfach aktualisiert. Reisende sollen unnötige Aufenthalte in betroffenen Regionen vermeiden. Besonders gilt dies für:

  1. British Columbia
  2. Alberta
  3. Saskatchewan
  4. Northwest Territories
  5. Manitoba

Offizielle Informationsquellen:

  • Auswärtiges Amt (Deutschland)
  • Canadian Interagency Forest Fire Centre (CIFFC)
  • Government of Canada – Wildfire Information
  • Destination Canada mit Leitfaden für Touristen

Zusätzlich können Apps wie „Alertable“ oder „WeatherCAN“ rechtzeitig Warnungen verschicken.

Stornierung von Reisen wegen Waldbränden

Ob eine Reise kostenfrei storniert werden kann, hängt von der Art der Buchung ab.

Pauschalreisen

  • Kostenlose Stornierung möglich, wenn das Reiseziel unmittelbar betroffen ist.
  • Voraussetzungen: Evakuierungen, Ascheregen oder Sperrungen.
  • Veranstalter muss den vollen Reisepreis zurückzahlen.

Individualreisen

  • Flug und Unterkunft regeln die Bedingungen.
  • Ist beides nutzbar, ist kostenlose Stornierung in der Regel ausgeschlossen.
  • Bei vorzeitiger Rückkehr wegen Bränden: Kündigung möglich, Mehrkosten werden geteilt.
  • Anspruch auf Reisepreisminderung ist möglich.

Übersicht in Tabelle

Reisetyp Bedingung für kostenfreie Stornierung Folgen für Reisende
Pauschalreise Direkte Betroffenheit durch Waldbrände Vollständige Rückerstattung des Preises
Individualreise Unterkunft geöffnet und Flug durchführbar Keine Stornierung möglich
Vorzeitige Rückkehr Evakuierung oder Einschränkungen vor Ort Teilung der Mehrkosten, Preisminderung möglich

Keine kostenfreie Stornierung gibt es, wenn die Brände weit entfernt sind oder der Urlaub erst in mehreren Wochen beginnt. Auch bloße Sorge vor Bränden gilt nicht als Stornogrund.

Quelle: Reise Reporter, YouTube