Verlassene Betonbauten auf Hashima vor der Küste von Nagasaki
Verlassene Betonbauten auf Hashima vor der Küste von Nagasaki, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Die Insel Hashima liegt wenige Kilometer vor der Küste der Präfektur Nagasaki. Sie ist klein. Sie ist massiv bebaut. Heute gilt sie als einer der bekanntesten verlassenen Orte der Welt. Über Jahrzehnte war sie vollständig bewohnt. Dann verschwand das Leben abrupt. Zurück blieb eine dichte Ansammlung leerer Betonbauten, die heute häufig im Zusammenhang mit weniger bekannten Inseln Japans genannt werden.

Inhaltsverzeichnis

Hashima und Gunkanjima

Hashima befindet sich im Westen Japans. Administrativ gehört sie zur Stadt Nagasaki. Wegen ihrer markanten Form erhielt sie den Beinamen Gunkanjima. Dieser Name bedeutet Kriegsschiff-Insel. Die Gesamtfläche beträgt exakt 0,063 Quadratkilometer. Die Insel misst rund 160 Meter in der Breite und 480 Meter in der Länge. Umgeben ist sie von einer hohen Betonmauer, die als Schutz vor Taifunen diente. Der verfügbare Raum war extrem begrenzt. Jede bauliche Entscheidung folgte diesem Umstand.

Kohleabbau seit 1887

Die industrielle Nutzung begann 1887. In diesem Jahr startete der Kohleabbau in der Region. Unter dem Meeresboden unterhalb der Insel lag ein großes Kohlevorkommen. Fossile Brennstoffe gewannen damals stark an Bedeutung. 1890 übernahm der japanische Konzern Mitsubishi die Insel. Das Unternehmen plante den Aufbau einer funktionalen Bergbausiedlung. In den 1910er-Jahren entstanden die ersten mehrstöckigen Wohnhäuser aus Stahlbeton. Es folgten Schulen, Geschäfte, Badehäuser, ein Krankenhaus und ein Bordell. Die Gebäude wurden dicht an dicht errichtet. Freiflächen existierten kaum, wie es für viele Orte der japanischen Industrialisierung typisch war, mehr hier.

Infrastruktur auf engstem Raum

Die Versorgung der Bevölkerung war vollständig auf die Insel konzentriert. Es gab keine privaten Gärten. Nahrungsmittel wurden per Schiff geliefert. Trinkwasser kam über spezielle Tanks. Hashima entwickelte sich zu einer autarken Industriestadt. Der Alltag war klar strukturiert. Arbeit und Wohnen lagen eng beieinander. Die Kohle wurde vor allem für den Schiffbau und die Industrie während der Meiji-Industrialisierung genutzt. Die Produktion lief rund um die Uhr.

Bevölkerungsrekord 1959

Der demografische Höhepunkt wurde 1959 erreicht. Mehr als 5.000 Menschen lebten auf der Insel. Pro Person standen rechnerisch nur etwa 9,9 Quadratmeter zur Verfügung. Dieser Wert gilt bis heute als Rekord. Hashima war damit der am dichtesten besiedelte Ort der Erde. Während des Zweiten Weltkriegs wurden Zwangsarbeiter aus China und Korea eingesetzt. Die Arbeit in den Minen galt als extrem gefährlich. Berichten zufolge kamen rund 1.300 Menschen unter diesen Bedingungen ums Leben.

Rückgang der Kohlenachfrage

Ab den 1960er-Jahren veränderte sich der Energiemarkt. Öl ersetzte zunehmend Kohle. Die Nachfrage brach ein. Hashima verlor rasch an Bedeutung. Die Förderung wurde unrentabel. 1974 stellte Mitsubishi den Bergbau vollständig ein. Innerhalb weniger Wochen verließen alle Bewohner die Insel. Möbel, Alltagsgegenstände und Maschinen blieben zurück. Niemand kehrte zurück.

Verfall und Unesco-Status

Seit der Aufgabe ist Hashima unbewohnt. Wind, Salzwasser und Vegetation beschleunigen den Verfall. Fenster sind zerborsten. Dächer eingestürzt. Beton bröckelt. 2015 wurde Hashima Teil des Unesco-Welterbes der Meiji-Industrialisierungsstätten Japans. Dieser Status ist umstritten. Grund dafür ist der dokumentierte Einsatz von Zwangsarbeitern. Die Diskussion hält bis heute an und steht im weiteren Kontext der aktuellen Entwicklung des japanischen Tourismus.

Besuch und Zugang

Ein Besuch ist möglich, aber stark reglementiert. Die japanische Regierung schützt die Ruinen streng. Der Zutritt ist ausschließlich im Rahmen geführter Touren erlaubt.

  • Abfahrt vom Hafen von Nagasaki
  • Fahrzeit etwa 40 Minuten
  • Kosten rund 26,50 Euro pro Person
  • Zusätzliche Eintrittsgebühr von etwa 1,80 Euro

Mehrere Bereiche bleiben gesperrt. Die Einsturzgefahr ist hoch. Wer nicht anreist, kann die Insel virtuell erkunden. Google Maps bietet Street View-Aufnahmen. Hashima bleibt sichtbar. Auch ohne Bewohner.

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Karte: Google Maps / Lage von Hashima

FAQ

Wo liegt die Insel Hashima?

Hashima liegt wenige Kilometer vor der Küste der Präfektur Nagasaki im Westen Japans und gehört administrativ zur Stadt Nagasaki.

Warum wird Hashima auch Gunkanjima genannt?

Der Beiname Gunkanjima bedeutet Kriegsschiff-Insel und bezieht sich auf die Silhouette der Insel, die an ein Kriegsschiff erinnert.

Wie groß ist Hashima?

Die Insel hat eine Fläche von exakt 0,063 Quadratkilometern und misst etwa 160 Meter in der Breite sowie 480 Meter in der Länge.

Warum war Hashima früher bewohnt?

Hashima war eine Bergbauinsel, auf der seit 1887 Kohle abgebaut wurde, die für die Industrialisierung Japans und den Schiffbau benötigt wurde.

Wer betrieb den Kohleabbau auf Hashima?

Der japanische Konzern Mitsubishi übernahm die Insel im Jahr 1890 und errichtete dort eine Bergbausiedlung mit umfassender Infrastruktur.

Wie viele Menschen lebten auf Hashima?

1959 erreichte die Bevölkerung mit über 5.000 Menschen ihren Höchststand, was Hashima zum am dichtesten besiedelten Ort der Erde machte.

Warum wurde die Insel verlassen?

Mit dem Rückgang der weltweiten Kohlenachfrage verlor der Bergbau an Bedeutung, sodass Mitsubishi den Betrieb 1974 einstellte und die Insel aufgegeben wurde.

Ist Hashima heute unbewohnt?

Seit 1974 ist Hashima vollständig unbewohnt und dem natürlichen Verfall durch Witterung und Vegetation ausgesetzt.

Hat Hashima einen Unesco-Status?

Ja, die Insel erhielt 2015 als Teil der Meiji-Industrialisierungsstätten Japans den Unesco-Welterbestatus.

Kann man Hashima besuchen?

Ein Besuch ist möglich, jedoch nur im Rahmen geführter Touren, da viele Gebäude einsturzgefährdet sind und der Zugang streng geregelt wird.

Quelle: REISEREPORTER