Spreewald trifft Iwo Jima
Spreewald trifft Iwo Jima, Foto: pixabay

Zwei Termine im September 2025 zeigen auf unterschiedliche Weise die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart. Während am 7. September die Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin eine gemeinsame Paddeltour im Spreewald organisiert, erinnert eine Veranstaltung am 15. September an die dramatischen Ereignisse auf Iwo Jima im Jahr 1945. Beide Ereignisse setzen auf Begegnung – sei es in der Natur oder im Rückblick auf die Vergangenheit.

Inhaltsverzeichnis:

Paddelboote in Lübbenau verbinden Generationen

Am 7. September 2025 lädt die Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin zu einem Ausflug nach Lübbenau im Spreewald ein. Der Ort liegt rund 100 Kilometer südlich von Berlin und gilt als Eingangstor zur einzigartigen Flusslandschaft des UNESCO-Biosphärenreservats. Die Teilnehmer paddeln in Zwei-, Drei- oder Viererbooten durch ein verzweigtes Netz ruhiger Wasserwege, vorbei an Schleusen, Pfahlbauten und üppiger Vegetation.

Die Tour bietet Freiraum für Gespräche und spontane Abstecher. Es besteht die Möglichkeit, den historischen Ortskern zu erkunden oder in einem der örtlichen Lokale eine Pause einzulegen. Die Teilnahmegebühr beträgt je nach Bootstyp zwischen 12 und 16 Euro pro Person. Anfahrt und Verpflegung erfolgen auf eigene Kosten. Treffpunkt für Bahnreisende ist um 9:34 Uhr am Berliner Alexanderplatz, Autofahrer sammeln sich um 10:50 Uhr am Parkplatz an der Tourist-Info in der Ehm-Welk-Straße.

Zielgruppe sind sowohl deutsche als auch japanische Mitglieder sowie interessierte Gäste aller Altersgruppen. Der Ausflug soll Austausch und gemeinsames Erleben in der Natur fördern. Die Anmeldefrist endet am 20. August 2025.

 

Kuribayashis Verteidigung auf Iwo Jima

Am 15. September folgt eine Veranstaltung, die sich mit einem der bekanntesten Kapitel des Zweiten Weltkriegs befasst: der Schlacht um Iwo Jima. Diese begann im Februar 1945 und dauerte 36 Tage – weit länger als von der US-Militärführung erwartet. Die kleine Insel, knapp 20 Quadratkilometer groß, war strategisch wichtig für die Luftoperationen gegen Japan.

Der japanische Kommandeur Generalleutnant Kuribayashi Tadamichi entschied sich für eine unkonventionelle Verteidigung ohne Massenangriffe. Stattdessen ließ er ein Tunnelsystem bauen und verzichtete auf Selbstmordattacken. Trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit hielten die japanischen Einheiten den Angriffen der US-Marines stand und fügten ihnen schwere Verluste zu.

Kuribayashi hatte zuvor mehrere Jahre in den Vereinigten Staaten verbracht. Seine Erfahrungen beeinflussten seine Entscheidungen. Er erkannte die Übermacht der Amerikaner, wollte jedoch keinen sinnlosen Tod seiner Soldaten. Sein Vorgehen verzögerte den Fall der Insel erheblich und wurde später international analysiert.

Zwei Filme zeigen beide Seiten des Kriegs

Die Ereignisse inspirierten den Regisseur Clint Eastwood zu zwei Filmen, die er gemeinsam mit Steven Spielberg produzierte. „Die Flaggen unserer Väter“ zeigt die US-Sicht auf die Kämpfe, insbesondere die Geschichte der berühmten Flaggenhissung auf dem Vulkanberg Suribachi. Das Bild wurde zu einem Symbol des amerikanischen Kriegseinsatzes.

„Briefe aus Iwo Jima“ basiert auf realen Korrespondenzen japanischer Soldaten und rückt ihre Perspektive in den Mittelpunkt. Im Zentrum steht Kuribayashi, dargestellt vom Schauspieler Ken Watanabe. Beide Filme erschienen 2006 und wurden auf der Berlinale 2007 gezeigt. Sie liefern Einblick in die persönlichen Geschichten hinter einer der blutigsten Schlachten des Pazifikkriegs.

Die Veranstaltung am 15. September 2025 findet im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (Saargemünder Straße 2, 14195 Berlin) statt. Sie verbindet historische Analyse mit filmischer Darstellung.

Zwei Perspektiven – ein gemeinsamer Wert

Der September 2025 bietet zwei Gelegenheiten, japanisch-deutschen Austausch zu erleben – im Hier und Jetzt oder im Rückblick auf prägende historische Ereignisse. Ob im Paddelboot oder im Vortragssaal: Begegnung, Dialog und Verständnis stehen im Mittelpunkt.

 Quelle: Deutsch-Japanische Gesellschaft Berlin