Kahlen-Installation im JDZB Berlin
Kahlen-Installation im JDZB Berlin, Foto illustrativ: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin wurde eine neue Ausstellung der Künstlerfamilie Kahlen eröffnet. Sie verbindet Keramik, Klang und Medienkunst in einer gemeinsamen Installation rund um den gläsernen Kubus des japanischen Gartens. Besucher erleben materielle und immaterielle Prozesse zugleich. Die Präsentation läuft bereits und ist für das Publikum zugänglich. Sie erweitert zugleich das Spektrum dessen, was in Berlin als japanische Kultur erleben sichtbar wird.

Inhaltsverzeichnis

Barbara Kahlen und kama biraki

Für Barbara Kahlen ist das Öffnen des Keramikofens kama biraki 窯開き die Stunde der Wahrheit. In diesem Moment werden die Glasuren erstmals sichtbar. Sie krakelieren fein bei neuer Raumtemperatur. Im Sonnenlicht zeigen sich ihre Strukturen deutlich.

Barbara Kahlen wurde 1942 geboren. Seit über 30 Jahren arbeitet sie an Teeschalen Chawan 茶碗. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei der Bauhaus-Keramikerin Rose Krebs in New York. Danach erforschte sie chinesische und japanische Glasuren sowie unterschiedliche Schalenformen. In ihrem kleinen Gasofen entstanden hunderte Unikate. Diese verbinden traditionelle Techniken mit zeitloser Ästhetik und stehen in einem Kontext, der auch mit der Teezeremonie verbunden ist.

Timo Kahlen und Windinstallation im JDZB

Timo Kahlen lässt in einem schwarzen, leeren Holzrahmen den Wind vibrieren. Seine Klanginstallation erzeugt spürbare Schwingungen in der Luft. Das Werk arbeitet mit unsichtbaren Materialien. Wind, Licht, Schatten und Klang stehen im Zentrum.

Timo Kahlen wurde 1966 geboren. Seit mehr als 30 Jahren realisiert er Klangskulpturen, Licht- und Windinstallationen sowie experimentelle Foto- und Videoarbeiten. Seine Projekte wurden international gezeigt. Er ist der Sohn von Barbara und Wolf Kahlen. Zudem engagiert er sich für die Ruine der Künste Berlin. Weitere kulturelle Impulse in der Hauptstadt finden sich mehr hier.

Wolf Kahlen und NAGA-Zeichnungen

Auf mit Altöl beschriebenen Japanpapieren untersucht Wolf Kahlen chemische Prozesse. Das mit umweltschädlichen Substanzen versetzte Öl dringt in das Papier ein. Dabei entstehen kristalline Strukturen. In seinen Zeichnungen mit dem Titel NAGA wird dieser Transformationsprozess sichtbar. Der Begriff verweist im Buddhismus auf Schützer der Erde.

Wolf Kahlen wurde 1940 geboren. Er gilt als Medienbildhauer und Videopionier. Seit den 1960er Jahren realisierte er über 320 Videoarbeiten. 1976 nahm er an der documenta 6 in Kassel teil. Von 1982 bis 2005 war er Professor für Intermediäre Künstlerische Praxis an der Technischen Universität Berlin. 1985 gründete er die Ruine der Künste Berlin. 2005 eröffnete er das Wolf Kahlen Museum – Intermedia Arts Museum in Bernau bei Berlin. Seine Werke befinden sich weltweit in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Gläserner Kubus im japanischen Garten des JDZB

Im Zentrum der Ausstellung steht der gläserne Kubus des japanischen Gartens im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin. Die Installation der Künstlerfamilie gruppiert sich um dieses architektonische Element. Teeschalen stehen auf und in gläsernen Möbeln. Sie wirken, als kämen sie frisch aus dem Ofen.

Der Kubus erinnert an einen Brennofen. Er enthält Ton, mineralische und metallische Erden sowie Pflanzen. Auch das einst vulkanisch heiße Sonnenlicht wird als natürliche Heizquelle thematisiert. Die drei Mitglieder teilen die Haltung des shibui 渋い. Diese sucht die Schönheit des Einfachen, Bescheidenen und Entstandenen. Weitere Informationen bietet das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin.

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FAQ

Wo findet die Ausstellung der Künstlerfamilie Kahlen statt?

Die Ausstellung findet im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin im Bereich des japanischen Gartens rund um den gläsernen Kubus statt.

Wer sind die beteiligten Künstler?

Beteiligt sind Barbara Kahlen, Timo Kahlen und Wolf Kahlen, eine Künstlerfamilie mit Schwerpunkten in Keramik, Klanginstallation und Medienkunst.

Was bedeutet kama biraki bei Barbara Kahlen?

Kama biraki bezeichnet das Öffnen des Keramikofens, das für Barbara Kahlen als Stunde der Wahrheit gilt, weil dabei erstmals die Glasuren sichtbar werden.

Welche Materialien verwendet Timo Kahlen in seiner Installation?

Timo Kahlen arbeitet mit immateriellen Materialien wie Wind, Licht, Schatten und Klang und erzeugt spürbare Vibrationen in der Luft.

Was zeigen die NAGA-Zeichnungen von Wolf Kahlen?

Die NAGA-Zeichnungen dokumentieren den Transformationsprozess von mit Chemikalien versetztem Altöl auf Japanpapier, bei dem kristalline Strukturen entstehen.

Welche Bedeutung hat der gläserne Kubus in der Ausstellung?

Der gläserne Kubus erinnert an einen Brennofen und enthält Ton, mineralische und metallische Erden sowie Pflanzen und thematisiert natürliche Energiequellen.

Quelle: Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin, Patizonet