Berlin richtet im März 2026 zwei Veranstaltungen aus, die zentrale Kapitel der japanischen Geschichte und Kultur beleuchten. Tanz, Musik und ein historischer Vortrag verbinden künstlerische Darstellung mit politischer Entwicklung. Beide Termine finden im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin statt. Sie setzen auf konkrete Namen, historische Daten und belegbare Ereignisse.
Inhaltsverzeichnis
Kumiko Ogawa-Müller und Christoph Ogawa-Müller in Berlin
Das Tanzdrama „Bewegte Geschichte“ stammt von Kumiko und Christoph Ogawa-Müller. Es verbindet eine japanische Legende aus dem 9. Jahrhundert mit Motiven der frühen deutschen Geschichte. Das Werk entstand zum 80. Jahrestag der Vereinten Nationen.
Kumiko Ogawa-Müller wirkt seit Jahrzehnten als Organistin an der Stiftskirche Enger. Sie entwickelte das Stück als Dialog zweier Kulturen. Musik, Sprache, Bewegung und Bild greifen ineinander. Traumhafte Elemente stehen neben historischen Bezügen. Die Handlung stellt Prinzessin Kaguya und Kaiserin Adelheid gegenüber. Weitere Einblicke in japanische Kultur erleben zeigen, wie vielfältig solche Projekte in Berlin umgesetzt werden.
Die musikalische Grundlage bilden Kompositionen von
- Christoph Ogawa-Müller mit einer Ouvertüre
- Tadao Sawai
- Tomoya Nakai
- Joh. Seb. Bach
- Robert Schumann
- Anton Skrijabin
Die Besetzung umfasst 9 Mitwirkende und ein Ensemble. Aiko Bormann übernimmt die Doppelrolle als Kaiserin Adelheid und Prinzessin Kaguya. Reinhard Hoffmann spielt Karl d. Große sowie den Ziehvater Kaguyas. Christina Nolte tritt als Königin Mathilde auf. Stefan Mörke verkörpert Otto der Große. Ilya Stroh stellt den Japanischen Kaiser dar. Ritsuko Takeyama spielt Koto, Yukinobu Ishikawa Percussion, Lucas Huber Sierra Klavier. Ella Warkentin gestaltet den Tanz. Die Formation The Blueprint Berlin kombiniert klassisches Ballett und Breakdance. Das Ensemble Musica Noema St. Petersburg steht unter der Leitung von Elena Potthast. Aiko Bormann verkörpert in ihrer Doppelrolle ausdrücklich die Verbindung zweier kultureller Welten. Einen Überblick über die wichtigsten japanischen Veranstaltungen in Berlin 2026 bietet eine aktuelle Zusammenstellung.
Saigō Takamori und Herbert
Am Montag, 16.03.2026, um 18.00 Uhr folgt im JDZB in der Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin ein Vortrag über Saigō Takamori. Anmeldeschluss ist der 15.03.2026. Referent ist Herbert. Eine vertiefende Darstellung zu Saigō Takamori dokumentiert seine historische Rolle ausführlich.
Saigō Takamori war eine zentrale Figur im Bakumatsu, der Endzeit des Tokugawa-Shōgunats. Er stammte als niedrigrangiger Samurai aus Kagoshima im Satsuma-han. Gemeinsam mit Aufständischen aus Chōshū und Satsuma verfolgte er die Parole Sonnō Jōi. Ziel war die Abschaffung des Shōgunats. 1868 führte er die kaiserlichen Truppen von der Schlacht bei Toba-Fushimi bis zur Kapitulation von Edo.
In der Meiji-Regierung übernahm er mehrere Funktionen. Er war 1871 bis 1873 Mitglied einer geschäftsführenden Regierung. Zudem wurde er Kommandeur der kaiserlichen Garden und Feldmarschall. Er zählt zu den drei Großen Edlen der Meiji-Restauration. 1873 legte er alle Ämter nieder. Grund war die Ablehnung seines Vorschlags zu Maßnahmen gegen Korea. In Satsuma gründete er private Akademien. Dort erhielten unzufriedene Samurai Unterricht in chinesischen Klassikern und militärische Ausbildung.
1877 kam es zur Satsuma-Rebellion, auch Südwest-Krieg genannt. Sie richtete sich gegen die Abschaffung der letzten Samurai-Privilegien. Saigō übernahm die Führung der Aufständischen und beging nach schwerer Verwundung in der finalen Schlacht bei Kagoshima rituellen Selbstmord. 1889 wurde er vom Kaiser posthum rehabilitiert. Im kollektiven Gedächtnis gilt er als letzter Samurai. Der US-Film „Der letzte Samurai“ mit Ken Watanabe und Tom Cruise ist von seinem Leben inspiriert.
Weiterführende Informationen zur Geschichte der Meiji-Restauration bietet die Enzyklopädie Britannica unter https://www.britannica.com/event/Meiji-Restoration.
Beide Veranstaltungen in Berlin verbinden historische Fakten mit künstlerischer oder wissenschaftlicher Darstellung. Sie präsentieren 2 unterschiedliche Zugänge zur japanischen Geschichte.
FAQ
Wann findet das Tanzdrama „Bewegte Geschichte“ statt?
Das Werk wurde zum 80. Jahrestag der Vereinten Nationen geschaffen und wird im Rahmen der Kulturveranstaltungen in Berlin im März 2026 präsentiert.
Wer übernimmt die Doppelrolle von Kaiserin Adelheid und Prinzessin Kaguya?
Aiko Bormann übernimmt die Doppelrolle und verkörpert damit die Verbindung zweier kultureller Welten.
Wann und wo findet der Vortrag über Saigō Takamori statt?
Der Vortrag findet am Montag, 16.03.2026, um 18.00 Uhr im JDZB, Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin, statt. Anmeldeschluss ist der 15.03.2026.
Welche historische Rolle spielte Saigō Takamori?
Saigō Takamori führte 1868 die kaiserlichen Truppen von der Schlacht bei Toba-Fushimi bis zur Kapitulation von Edo und gilt als eine der zentralen Figuren der Meiji-Restauration.
Quelle: Deutsch-Japanische Gesselschaft Berlin